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Feffernitz, St. Veit und Maria Saal auf Titelkurs Veröffentlicht am: 08.12.2013   Autor: von Alfred Eichhorn

Kärntens vier 1. Bundesliga-Musketiere schaffen beim Auftakt im tirolerischen Jenbach sieben Siege. Und je ein Remis gibt’s für Aufsteiger Wolfsberg & St. Veit. 

Mit den beiden Maximalisten Hohenems aus Vorarlberg und Feffernitz aus Kärnten liegen zwei Überraschungs-Spielsechser ex-aequo nach drei packenden Spieltagen in Front. Der „Löscher-Express“ wurde mit seinem hart erkämpften 3,5:2,5-Derbysieg gegen Aufsteiger Wolfsberg und dem nachgelegten 4:2-Derbycoup über Favorit Maria Saal seinem Namen mehr als gerecht. Mit der fetten 4:2-Draufgabe gegen Baden winken ihrem GM-Duo Lenic & Sebenik nun acht weitere Titelspiele. Vor allem der 21-jährige aktuelle österreichische Meister IM Peter Schreiner entzückte mit seinen drei Einzelsiegen. Vom GM in spe überzeugend in die Schranken gewiesen wurde u.a. auch Österreichs mit Abstand stärkste 31-jährige Amazone WGM Eva Moser.

Als feine Einstiegsakteure entpuppen sich auch FM Kurt Petschar und FM Pavel Novak (TCH) mit je zwei Remis und einem Sieg. Herzeigbar sind zudem drei x von IM Andreas Diermair. Für ihn zählt nur der Titel wie er in der letzten Saison bereits kundtat. Summa summarum wird auch Obmann Helmut Löscher nach diesem Auftakt ein breites Grinsen ausgekommen sein. Denn im Prinzip hat SV Raika Rapid Feffernitz damit schon das nächste Saisonticket in der Tasche. Denn das Wiener Schlusslicht tschaturanga wird nur schwer zu einem Punkt kommen. 

Sollauftakt für St. Veit?

Quasi einen „Sollauftakt“ erledigt auch SV ASVÖ St. Veit nach einem zähen 3:3-Remisbeginn gegen SIR Glatz, einem überzeugenden 4,5:1,5-Streich gegen Ansfelden und einem nicht unverdienten, aber mühevolleren 3,5:2,5-Arbeitssieg gegen Absam aus Tirol. Und auch die Herzogstädter Spielsechs hat einen Punktemaximalisten mit dem GM Marin Bosiocic in ihren Reihen. Zudem ist der 25-jährige Kroate frisch mit einem Wirtschaftsmagister dekoriert. FM Harald Gensers Debüt fiel mit zwei Remis und einem Verlust gegen Ansfeldens Dreier-Maximalisten FM Ulrich Ennsberger gar nicht so schlecht aus. Wie man allerdings Franzöisch richtig als Schwarzer spielt, konnte er bei seinem Tischnachbarn IM Franz Hölzl, der zwei saubere Siege und einen Verlust gegen FM Werner Dür beisteuert, abgucken. Zwei Punkte auf ihr Startkonto bringen die kroatischen GM-Banken Kuljasevic & Rogic. Dieser Auftakt war wohl auch für Obmann Friedrich Knapp eine Reise nach Tirol wert, jedenfalls ist’s beinahe der erwünschte Einstieg mit dem Maximum für ASVÖ St. Veit. 

Maria Saal bleibt im Titelgeschäft

Etwas durchwachsen lief’s für Meisterschaftsmitfavorit SC MPÖ Maria Saal. Die Marschrichtung nach Tag eins nach einem 3,5:2,5-Arbeitssieg gegen den burgenländischen Mitfavorit ASVÖ Wulkaprodersdorf sollte das Weltklasse-GM-Duo Ragger & Rapport (4,5 Zähler) und Co. allemal für das hochkarätige Derby gegen Feffernitz motivieren. Erwartungsgemäß wurde dieses Prestigeding nach Raggers „Saloonremis“ mit FIDE-Top-100-Spieler und Freund Lenic zu fünft ausgefightet. Und wie oben bereits angerissen fand Feffernitz das bessere Ende dank der 1:0-Protagonisten Schreiner, Novak und Petschar für sich. 

Wolfsberg könnte oben bleiben

Aufsteiger SV Wolfberg wurde möglicherweise etwas unter seinem Wert geschlagen. Freilich just der knappe 2,5:3,5-Verlust am zweiten Spieltag gegen SIR Glatz schmerzt Töfferl, Moser, Ex-EM Kozul, Comeback-ler IM Hresc (2 Remis) etwas und verschiebt den Existenzkampf auf die zwei letzten Viererrunden. Dennoch muss man ihr kroatisches Quartett rund um seinen Topspieler GM Hrvoje Stevic, der ebenso drei bärenstarke Einzelhiebe aus dem Hut zauberte, und die diesmal nicht zum Einsatz gebrachten FM Steflitsch & Reichmann weiter auf der Rechnung haben. Denn das 3:3 gegen Ansfelden am Finaltag war definitiv für den spielfreien Obmannvize MK Heimo Töfferl (2 super Remis) ein Fingerzeig auf eine weitere Saison. 

Titelverteidiger Jenbach rutscht aus

Ausgerechnet Wulkaprodersdorf war mit dem x-fachen Serienmeister, Titelverteidiger und vor allem Gastgeber Jenbach nicht zufrieden und fügte den Tirolern eine schmerzhafte hohe 1,5:4,5-Niederlage zu. Für Schlosser, Volokitin und Co. war’s möglicherweise nur ein gezielter Schuss vor dem Bug, jedenfalls kann die „Übersechs“ der letzten acht Saisonen den Titel noch aus eigener Kraft schaffen. Als ihr verlässlichster Scorer mit 2,5 Zählern entpuppte sich Ungarns GM Peter Acs. 

Das Ländle trumpft auf

Mit drei feinen Erfolgen wartet SK Hohenems mit seinem deutschen Meisterterzett Bindrich, Bezold und IM Breder auf. „Väter“ des erfolgreichen Auftakts zum Sensationsleader waren die zwei Maximalisten GM Falko Bindrich (3) und die 16-jährige große Nachwuchshoffnung Luca Kessler mit zwei Einzelsiegen. 

Am Rande bemerkt

Der Livekommentar am zweiten Spieltag vom IM-Duo Fröwis (1 Remis, 1 Verlust) und vor allem von Oberösterreichs Tausendsassa Harald Casagrande begann holprig und steigerte sich zu einem echten „Casi-Produkt“. Denn er zeigte was er noch immer drauf hat und gestattete dem Zuschauer einen breiten Zugang in seine schachliche Gedankenwelt. Die taktische und positionelle Treffsicherheit von ihm beieindruckte einigermaßen. Der „schlaue Fuchs“sollte für weitere Livekommentierungen verpflichtet werden, denn wie erwähnt hat seine Stellungseinschätzung praktisch GM-Format und wird total verständlich und vorallem so simpelerscheinend rübergebracht ...

1. Bundesliga (3): 1. Hohenems, Feffernitz 6, 3. St. Veit 5, 4. Jenbach, Maria Saal je 4, 6. ASVÖ Wulkaprodersdorf, SIR je 3,  8. Absam 2, 9. Wolfsberg, Union Ansfelden, Baden je 1, 12. Tschaturanga 0.

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